Akustischer Stolperstein für Lilli Henoch

Uraufführung am 9. November 2018
Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Pogromnacht im Rathaus Schöneberg




Lilli Margarethe Rahel Henoch (1899 – 1942)
Leichtathletin und Turnlehrerin

Sie war in den Disziplinen Kugelstoßen, Diskus, Weitsprung sowie mit der 4x-100-Meter-Staffel zehnfache Deutsche Meisterin und in den 1920er Jahren eine der weltweit bedeutendsten Leichtathletinnen. Ein sportliches Multitalent, das vier Weltrekorde aufstellte und daneben noch erfolgreich war in Hockey und Handball.

Geboren und aufgewachsen ist Lilli Henoch in Königsberg. Mit 19 Jahren zieht sie nach Berlin, trainiert ihre Sportarten und studiert. Als Turnlehrerin kann sie bis zu den November-Pogromen 1938 arbeiten. Obwohl sie Angebote hat aus den USA und den Niederlanden, als Trainerin zu arbeiten, bleibt sie in Berlin. An einer jüdischen Schule darf sie noch unterrichten, bis alle jüdischen Einrichtungen geschlossen werden gemäß Beschluss zur „Endlösung der Judenfrage“. Zuletzt ist sie Erntehelferin in dem SS-geführten ehemaligen Auswandererlehrgut Neuendorf bei Fürstenwalde.

Mit dem „19. Judentransport“ am 5. September 1942 wird Lilli Henoch zusammen mit ihrer Mutter in das Ghetto von Riga deportiert, das sie jedoch vermutlich nicht erreicht. Acht Kilometer vor Riga werden sämtliche Insassen des Zuges in ein Waldgebiet geführt und erschossen.

Berlin erinnert an die große Sportlerin durch Benennung von Sportstätten und einer Straße. Seit 1993 gibt es die Lilli-Henoch-Straße im Prenzlauer Berg, seit 2002 den Lilli-Henoch-Sportplatz in Berlin-Kreuzberg, in 2008 wurde ein Stolperstein vor ihrer ehemaligen Wohnung im Bayerischen Viertel in Schöneberg verlegt. Und es gibt die „Lilli-Henoch-Sporthalle“ am Winterfeldtplatz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lilli_Henoch
https://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/1225