Akustischer Stolperstein für Maria Leo

Uraufführung am 9. November 2018
Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Pogromnacht im Rathaus Schöneberg




Bertha Pauline Marie Leo (1873 – 1942)
Pianistin, Musikpädagogin, Frauenrechtlerin

Maria Leo reformierte Anfang des 20. Jahrhunderts die Musikausbildung und setzte durch, dass Frauen den Beruf der staatlich anerkannten Musiklehrerin erlernen und ausüben konnten.

Vor dem ehemaligen Wohnhaus von Maria Leo in Berlin-Schöneberg, Pallasstraße 12, liegt seit 2006 ein Stolperstein. In der gleichen Straße war auch ihre Wirkungsstätte, hier hat sie Großes geleistet als Musikpädagogin mit eigenem Seminar und fast 30 Jahre lang Frauen zu Privatmusiklehrerinnen ausgebildet. Eine Pionierin der reformpädagogischen Ausbildung. Maria Leo hat vehement gekämpft für die Verbesserung der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation von privaten Musiklehrerinnen. Die mussten zuvor für einen Hungerlohn arbeiten. Sie erreichte u. a. deren Altersrente durch die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte.

Maria Leos Vater war Jude, sie selbst Christin, was sie jedoch keinesfalls schützte vor den zahlreichen Repressalien der NS-Regierung. Als sie im August 1942 zwangsweise in ein jüdisches Altersheim verbracht und von dort aus deportiert werden sollte, nahm sie sich in ihrer Wohnung das Leben. Selbst in der Vorbereitung ihres Suizids zeigte sie Größe und beeindruckende Selbstlosigkeit, wie aus Aufzeichnungen ihrer einstigen Seminaristinnen hervorgeht.

Umfangreiches Material zu Maria Leo hat Dr. Anna-Christine Rhode-Jüchtern zusammengetragen, die an einer Biografie arbeitet. Freundlicherweise darf ich vorab daraus zitieren: „Wir jungen Seminaristinnen (…) wurden durch Maria Leo verwandelt. (…) Wir standen einer Persönlichkeit gegenüber, die uns im Sturm mitriß. Gewohnt, das Höchste von sich selbst zu fordern, verlangte sie dieses Maß auch von uns. Es war nicht leicht, immer diesem atemberaubenden Tempo zu folgen, ihrem ,Berliner Tempo’.“

„Historische Orte mit Charme“ nennt der Bezirk Schöneberg eine Reihe von Infotafeln. Eine verweist auf Maria Leo in der Pallasstraße.

Ein biografisches Album ist ausgelegt in der Dauerausstellung im Rathaus Schöneberg „Wir waren Nachbarn“.


http://www.wirwarennachbarn.de
https://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/1146
https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Leo
https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00002957?wcmsID=0003