Akustischer Stolperstein für Marianne Cohn

Uraufführung am 9. November 2018
Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Pogromnacht im Rathaus Schöneberg




Marianne Cohn, alias Colin (1922 – 1944)
Kinderfürsorgerin, Widerstandskämpferin, Fluchthelferin

Aus Mannheim stammend, zieht die deutsch-jüdische intellektuelle Familie Cohn 1928 nach Berlin. Marianne hält gerade ihr Abiturzeugnis in Händen, da müssen sie emigrieren. Das ist im Frühjahr 1934. Die Stationen sind Spanien, die Schweiz, Frankreich. Die Familie geht unter falschem Namen in den Untergrund. Marianne Cohn arbeitet als Kinderfürsorgerin in einer zionistischen Jugendorganisation und ist Mitglied im jüdischen Widerstand als Teil der Résistance. Sie leistet Hilfe zur Flucht für jüdische Kinder und Jugendliche und rettet mehr als 200 von ihnen in die Schweiz unter dem Decknamen Marianne Colin.

Schließlich wird sie jedoch von der Gestapo erwischt, verhaftet und gefoltert. Im Gefängnis schreibt sie ein bewegendes Gedicht mit dem Titel „Ich werde morgen verraten, heute nicht“. Am 23. August 1944 findet man Marianne Cohns zermarterten Körper in einem Leichenhaufen.

Die Namen ihrer Mörder sind später bekannt geworden, jedoch bleib das folgenlos. Ein Dossier über die gescheiterten Ermittlungen hat das Fritz-Bauer-Institut veröffentlicht.

Die Verdienste von Marianne Cohn werden in Frankreich, Israel und in Deutschland gewürdigt. Ihre Schwester Lisa Souris schreibt anlässlich einer solchen Würdigung in 1988: „Es wäre mir sehr wichtig, wenn bei der Ehrung gesagt würde, wie selbstverständlich es für meine Schwester war so zu handeln, wie sie es tat, und dass sie sich absolut nicht für eine Heldin hielt.“

Einen Stolperstein gibt es seit 2007 am Wulfilaufer 52, Tempelhof. Ein zweiter Stolperstein wurde in ihrer Geburtsstadt Mannheim verlegt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Cohn
https://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/1269